Wachstum

Der übliche Ansatz, das Knappheitsproblem zu entschärfen besteht darin, mehr Güter und Dienstleistungen herzustellen. Auf volkswirtschaftlicher Ebene wird vor allem Wirtschaftswachstum angestrebt, also eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts. Dabei sind nominalen Wachstumswerte, die das BIP in jeweiligen Preisen angeben, vom realen Wachstum zu unterscheiden, bei dem die Inflation herausgerechnet wird. Insofern ist das reale Wachstum eine besserer Indikatator zur Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung. 

Da Wirtschaftswachstum mit erhöhtem materiellen Wohlstand (nicht zwingend mit mehr Lebensqualität oder Glück), reduzierter Arbeitslosigkeit und höheren Steuereinnahmen einhergeht, ist die Förderung des Wachstums ein zentrales Ziel der Wirtschaftspolitik.

Normalerweise geht Wirtschaftswachstum mit erhöhtem Ressourcenverbrauch einher (allerdings lässt sich dies durch effizientere Produktionstechnologien reduzieren und ist im Falle von Dienstleistungen und digitalen Gütern kaum der Fall), weswegen Wachstum auch kritisch gesehen wird. 

Neben ganzen Volkswirtschaften wird Wachstum  auch von Unternehmen (vor allem der Gewinne, ggf. auch des Umsatzes) und teilweise von Privatpersonen (Einkommen, Vermögen) angestrebt.

Unter systemischen Gesichtspunkten ist auch ein Verständnis unterschiedlicher Wachstumstypen für die Analyse von Problemen hilfreich; so gibt es neben linearem und exponentiellem Wachstum beispielsweise auch die Varianten des 'overshoot and collapse' bzw. Räuber-Beute-Systeme, die bei Übernutzung der Ressourcen erfolgen können.