Wirtschaft und ökonomische Bildung

Auf dieser und den verlinkten Seiten kann nur sehr grob über 'Wirtschaft' informiert werden. Der Fokus besteht in einer Erläuterung der Begrifflichkeiten (vor allem Kategorien bzw. Denkschemata), die in den Spielanalysen verwendet werden. Für eine vertiefte Darstellung sei auf das Buch 'Ökonomische Bildung' verwiesen, das auch als kostenloses E-Book verfügbar ist (ab Oktober 2019). Neben fachwissenschaftlichen Informationen (z.B. Geschichte ökonomischen Denkens, Kategorien) finden sich dort vor allem Informationen, die zur Gestaltung des Wirtschaftsunterrichts  und damit für Wirtschaftslehrkräfte von Bedeutung sind. 

Economy and economic education

On this and the linked pages can be informed only very roughly about 'economy'. The focus is on an explanation of the terms (especially categories and thought schemes) used in the game analyses. For a more detailed description, please refer to the book 'Ökonomische Bildung', which is also available as a free e-book (from October 2019). In addition to scientific information (e.g. history of economic thought, categories), the book contains information that is important for the design of business education and thus for business teachers.

Wirtschaft

‚Wirtschaft‘ beziehungsweise ‚Ökonomie‘ setzt sich mit der Produktion und Verteilung von Ressourcen auseinander, wobei der Umgang mit Knappheit durch (beschränkte) Rationalität, Effizienz und Nutzenmaximierung gekennzeichnet ist. Als zentrale Fragen und Untersuchungsgegenstände werden dabei sowohl rationale Entscheidungen unter Knappheitsbedingungen als auch die Gestaltung von Kooperationen zur Realisierung von Kooperationsgewinnen gesehen.

'Economy' deals with the production and distribution of resources, whereby dealing with scarcity is characterized by (limited) rationality, efficiency and maximization of benefit. Central questions and objects of analysis are rational decisions under conditions of scarcity as well as the design of cooperations for the realization of profits from cooperations.

Kurzerläuterung der Zusammenhänge

Ausgehend von der vereinfachenden Annahme, dass menschliche Bedürfnisse tendenziell unendlich, die zu ihrer Befriedigung verfügbaren Güter jedoch nur in beschränkter Menge vorhanden sind, ergibt sich ein Knappheitsproblem. Dies legt zumindest aus ökonomischer Perspektive rationales Verhalten beziehungsweise Entscheidungen derart nahe, dass - vor dem Hintergrund gegebener Anreize, Restriktionen und Unsicherheit - der zu erwartende Nutzen für den Entscheider maximiert wird und die Mittel möglichst effizient eingesetzt werden. Aufgrund von Synergieeffekten und Spezialisierungsvorteilen empfiehlt sich insbesondere Kooperation und Arbeitsteilung mehrerer Akteure. Hieraus können soziale Konflikte und Ungleichheit entstehen. Außerdem muss die Frage geklärt werden, welche Güter hergestellt und wie sie verteilt werden sollen.

Diese Fragen und Probleme, die sowohl aufgrund systemischer Strukturen als auch wegen individueller Entscheidungen (zum Beispiel bei Dilemmasituationen und externen Effekten) entstehen können, lassen sich mittels geeigneter Institutionen klären. Wichtige Institutionen sind Märkte, die nach unterschiedlichen Regeln gestaltet sein können, beispielsweise mit Wettbewerb und freier Preisbildung. Weitere Institutionen sind unter anderem Gesetze, Verordnungen oder Systeme zur materiellen Umverteilung. Insofern kann die Wirtschaftsordnung eines Landes auch als spezifisches Arrangement von Institutionen verstanden werden.

Um die komplexe Funktionsweise von Volkswirtschaften zu verstehen, hilft die Vorstellung, dass viele Sachverhalte in einem Interdependenzverhältnis beziehungsweise vernetzt stehen und Waren-, Informations- und Geldflüsse in Kreisläufen zirkulieren. Darüber hinaus gilt es bei den meisten Aspekten Zielkonflikte zu managen sowie wirtschaftliche Phänomene und Prozesse als dynamisch und veränderbar zu erkennen, woraus sich die Bedeutung systemischen Denkens ergibt.

Eine vertiefte Darstellung der angesprochenen Kategorien und Denkschemata findet sich auf den unten verlinkten Seiten.

Starting from the simplifying assumption that human needs tend to be infinite, but that the goods which are available to satisfy them are only limited in quantity, a scarcity problem arises. At least from an economic perspective, this suggests rational behaviour or decisions in such a way that - against the background of given incentives, restrictions and uncertainty - the expected benefit for the decision-maker is maximised and the resources are used as efficiently as possible. Due to synergy effects and specialisation advantages, cooperation and division of labour between several actors is particularly recommended. This can lead to social conflicts and inequality. In addition, the question of which goods are to be produced and how they are to be distributed must be clarified.


These questions and problems, which can arise both from systemic structures and from individual decisions (e.g. in dilemma situations and external effects), can be clarified by means of suitable institutions. Important institutions are markets that can be designed according to different rules, for example with competition and free price formation. Other institutions include laws, ordinances and systems for material redistribution. In this respect, the economic order of a country can also be understood as a specific arrangement of institutions.


In order to understand the complex functionality of national economies, it is helpful to imagine that many facts are interdependent or networked and that circulation of goods, information and money takes place. Furthermore, in most aspects it is necessary to manage conflicts of objectives and to recognize economic phenomena and processes as dynamic and changeable, which is why systemic thinking is so important.


An in-depth description of the categories and thought patterns addressed can be found on the pages linked below.

Lebenssituationen

Während kategoriale Ansätze ökonomischer Bildung (s.o. Kategorien) sich an fachwissenschaflichen Systematiken orientieren, bündeln lebenssituationsorientierte Konzepte ökonomischer Bildung bestimmte Kompetenzen, die zur Bewältigung ökonomisch gepägter Lebenssituationen benötigt werden. Hierzu werden insbesondere folgende Situationsgruppen gezählt:

  • Verbraucher, z.B. für Entscheidungen in den Bereichen Konsum, Geldanlage, Kreditnachfrage oder Versicherungen
  • Erwerbstätiger inkl. Berufwahl (Berufsorientierung) und Unternehmensgründung/-führung (Entrepreneurship Education)
  • Bürger, beispielsweise zur Urteilsbildung im Hinblick auf wirtschaftspolitische Maßnahmen

Life situations

While categorical approaches to economic education (see categories above) are based on academic systematics, life situation-oriented concepts of economic education bundle certain competences that are needed to cope with economically difficult life situations. In particular, the following situation groups are counted:

  • Consumers, e.g. for decisions in the areas of consumption, investment, credit demand or insurance.
  • Employed person incl. choice of profession ( career orientation) and start-up/management ( Entrepreneurship Education)
  • Citizens, e.g. to form judgements on economic policy measures

Kompetenzbereiche

Bezugnehmend auf die Bildungsstandards des Gemeinschaftsausschusses der deutschen gewerblichen Wirtschaft (S. 19 ff.) werden die zahlreichen Einzelkompetenzen bei den Spielanalysen folgenden Kompetenzbereichen zugeordnet:

Entscheidung und Rationalität: Die Fähigkeit in ökonomisch geprägten Lebenssituationen eine rationale Auswahl unter Handlungsalternativen zu treffen und bei dieser Entscheidung die Handlungsrestriktionen zu beachten. Dies beinhaltet folgende Fähigkeiten: In der konkreten ökonomischen (Entscheidungs-)Situation können sie [die Schüler]die gegebenen Handlungsmöglichkeiten identifizieren, die gesetzten Handlungsgrenzen ermitteln und beachten, die voraussichtlichen Handlungsfolgen antizipieren und mit Bezug auf ihre Präferenzen bewerten sowie die beste Alternative auswählen. Auf lange Sicht können sie ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern. Sie sind bereit und in der Lage, diese Fähigkeiten für sich und stellvertretend für andere Menschen verantwortlich einzusetzen. 

Beziehung und Interaktion: Die Schülerinnen und Schüler sollen wirtschaftliche Beziehungen im Hinblick auf divergierende und konvergierende Interessenkonstellationen beschreiben und bewerten. Sie können die Bedeutung kooperativer und konfliktärer Beziehungen im Wirtschaftsprozess erkennen und beurteilen. Dies beinhaltet folgende Fähigkeiten: In konkreten und typisierten sozialen Zusammenhängen können die Schülerinnen und Schüler die Divergenz oder Konvergenz von Interessen analysieren sowie die Formen kooperativer Interaktionen analysieren und gestalten. Sie können Institutionen als Verfestigung von Verhaltenserwartungen analysieren und ihre Entstehung nachvollziehen.

Ordnung und System: Die Schülerinnen und Schüler sollen wirtschaftliche Zusammenhänge als systemische Effekte erkennen. Sie bewerten staatliches Handeln in einer marktwirtschaftlichen Ordnung und dessen Konsequenzen für Individuen, verschiedene Gruppen und die Gesellschaft auf der Basis ökonomischer Kenntnisse und mit Blick für vernetzte Effekte und sie erläutern die grundlegenden Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft (z.B. Freiheit, sozialer Ausgleich). Dies beinhaltet folgende Fähigkeiten: Sie können Aspekte des Marktsystems analysieren. Sie können das Marktsystem, insbesondere die Soziale Marktwirtschaft, im Hinblick auf verschiedene Kriterien und Leitideen beurteilen und bewerten. Sie können die Rolle des Staates in Marktprozessen analysieren und individuelle politische Handlungsmöglichkeiten analysieren und gestalten.

Areas of competence


With reference to the educational standards of the Gemeinschaftsausschuss der deutschen gewerblichen Wirtschaft (p. 19 ff.), the numerous individual competences are assigned to the following competence areas in the game analyses:


Decision and rationality: The ability to make a rational choice among alternative options for action in economically shaped life situations and to consider the restrictions by taking action in this decision. This includes the following skills: In the specific economic (decision-making) situation they [the pupils] can identify the given possibilities for action, identify and observe the set limits for action, anticipate the expected consequences of action and evaluate them with reference to their preferences and select the best alternative. In the long term, they can expand their options for action. They are willing and able to use these abilities for themselves and representatively for other people.


Relationship and interaction: Students should describe and evaluate economic structures with regard to diverging and converging constellations of interests. They can recognise and assess the importance of cooperative and conflictual relationships in the economic process. This includes the following skills: In concrete and typified social contexts, students can analyse the divergence or convergence of interests and also analyse and shape the forms of cooperative interaction. They can analyse institutions as the consolidation of behavioural expectations and reconstruct their emergence.


Order and system: Pupils should recognise economic interrelations as systemic effects. They evaluate state action in a market economy and its consequences for individuals, different groups and society on the basis of economic knowledge and with a view to networked effects and they explain the basic principles of the social market economy (e.g. freedom, social balance). This includes the following skills: They can analyse aspects of the market system. They can assess and evaluate the market system, in particular the social market economy, with regard to various criteria and guiding ideas. They can analyse the role of the state in market processes and analyse and shape individual policy options.